„Nur Miele, Miele sagte die Tante , die alle Waschmaschinen kannte!“

Dieser Slogan wurde einst zum Synonym des westfälischen Maschinenbauunternehmens. Doch nicht nur Haushaltsgeräte produzierte die Gütersloher Firma, auch motorisierte Zweiräder und Automobile rollten aus den Werkshallen.


Bei der Firmengründung 1899 dachten wohl weder Carl Miele noch Reinhard Zinkann daran, zweirädrige Fortbewegungsmittel zu produzieren. Milchzentriefugen, etwas später Buttermaschinen und Holzbottichwaschmaschinen entstanden in einer ehemaligen Kornmühle in Herzebrock. 1907 siedelte sich das Unternehmen ins benachbarte Gütersloh um. Ein größeres Grundstück mit eigenem Gleisanschluss sicherte dort die notwendige Infrastruktur. Zwölf Jahre nach der Firmengründung begann Miele auch die Domäne der motorisierten Fortbewegungsmittel zu erkunden. Drei schnittige Tourenwagen bereicherten bald das Programm der Gütersloher. Die Konkurrenz war jedoch groß, die Produktion der Vehikel aufwendig und teuer. So entstanden nur etwa 100 Automobile, dafür aber bald umso mehr Fahrräder. „Du kommst stets leicht und schnell zum Ziele, fährst Du ein Fahrrad der Marke Miele“, dichteten 1924 die Werbetexter des Hauses. Es musste wohl stimmen, denn insgesamt 1,8 Millionen unmotorisierte Zweiräder fanden ihre zufriedenen Käufer. Hergestellt wurden die zuverlässigen Drahtesel in dem 1916 gegründetem Zweigwerk. Im Zeitalter der zunehmenden Motorisierung genügte natürlich ein einfaches Fahrrad bald nicht mehr. Vor allem wenn weite Wegstrecken zur Arbeit zurückzulegen waren, wünschte sich manch eifriger Radler einen motorisierten Untersatz. Nach reiflicher Überlegung entschloss sich die Werksleitung 1931, dieser Tendenz zu folgen. Drei Fahrräder, bei denen ein 74-Kubik-Einbaumotörchen von Fichtel und Sachs dem bis dato geplagten Velozipedisten die Arbeit abnahm. Die Herrenmodelle H2 und H3 besaßen Diamantmotorrahmen mit 53 und 51 Zentimeter Rahmenhöhe. Bei dem niedriger gebauten Zweirad fiel das Hauptrohr vor dem Sattel leicht ab und ermöglichte so eine tiefe Sitzposition. Die dritte Version H6 war der berockten Damenweltvorbehalten. Der freie Durchstieg und das Kettenschutzblech garantierten ein bequemes Aufsitzen.

Die stabilen Rahmen bestanden aus nahtlos gezogenen Stahlrohren mit Außenmuffen an den gelöteten Verbindungsstellen. Für angenehmen Fahrkomfort sorgte ein großer Elastiksattel mit Schraubenfedern und eine in Schutzblechhöhe agierende Schwinggabelfederung mit vertikalen Blattfederpaketen am Vorderrad. Die 26 x 2-Zoll-Balkon-Drahtbereifung auf den verchromten Westwood-Felgen gegen Aufpreis durch Wulstreifen ersetzt werden. Eine verstärkte Vorderradnabe trug ebenso wie die rostgeschützen 2,5-Milimeter-Speichen zur Fahrsicherheit bei. Die Felgenbremse am Hinterrad verzögerte bei einer Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h ausreichend.

Die Modelle präsentieren sich in ansprechender schwarzer Hochglanz-Emaillierung mit etlichen verchromten Elementen. Gegen Aufpreis bot das Werk Lichtanlage, Hupe und Luftpumpe an. Auch in farbiger Emaillierung verließen Sondermodelle das Bielefelder Werk. Der parallel zum vorderen Rahmenrohr angebrachte Sachs-Zweitaktmotor mit schräg verrippten Zylinder und einem stolzen Gewicht von acht Kilogramm leistete 1,25 PS bei 3000 U/min. Das Kurbelgehäuse des flotten „Pättkenschnüwers“ bestand aus Aluminium, der Zylinder, mit 42 Millimeter Hub, aus Grauguss. Ein Spitzenvergaser mit Haupt- und Leerlaufdüse bereitete das Gemisch auf, ein auf die Schwungscheibe montierter Permanent-Magnet sorgte für die Zündspannung. Fahrgenuss garantierte das ans Kurbelwellengehäuse angeflanschte Zweiganggetriebe mit Einscheiben-Trockenkupplung. Den Primärantrieb übernahm eine Zahnradkaskade.

So ausgestattet, hatte der Miele-Pilot weder am Berg Probleme noch im dichten Verkehrsgetümmel. Schalten ließ sich das Getriebe über Gestänge und eine am oberen Rahmenrohr angebrachte Kulisse. Unter diesem Rohr hing auch der Fünflitertank mit 15:1 gemischtem Zweitaktkraftstoff, der gut und gerne für einen 250-Kilometer-Ausflug reichte. Der von Lesage für Fichtel & Sachs konstruierte Motor war übrigens brandneu. Erst 1931 ging der später zu einem der größten Einbaumotorproduzenten heranwachsende Betrieb nämlich mit seinem ersten Motortyp in Serie.

Unter dem Motto „Tausendfach erprobt, glänzend bewährt“ oder mit „Alles fährt Miele“ warb das Werk vier Jahre später für das Modell 1935. Dieses 50 Stundenkilometer schnelle Motorfahrrad trieb ein 98er Sachsmotor an. Der Herren- und Damen- Ausführung gesellte sich jetzt ein Transportrad hinzu. Neu an den 1935er Modellen war nicht nur der Motor, sondern auch die Form des Rahmens. Das vordere Rahmenrohr nahm in seinem unteren Part einen gebogenen Verlauf, der Platz für den Motor mit dem geneigten Graugusszylinder machte. Das obere Rahmenrohr, unter dem bei der Herrenversion der längliche Tank hing, fiel zum Sattel hin ab. Besondern Komfort bot die verbesserte Vorderradfederung. Eine Profilrohrgabel mit vier Schwinghebeln und zentraler Tonnenfeder bereitete ungetrübtes Fahrvergnügen.

Am Vorderrad verrichtete eine Halbnabenbremse ihren Dienst. Pedalantrieb und Rücktrittbremse arbeiten mit einem kleinen auf der Nabenhülse des Hinterrads aufgeschraubten Zahnkranz laufenden Kette. Zur serienmäßigen Ausstattung gehörte mittlerweile eine Lichtanlage mit abblendbarem Scheinwerfer. Ein Schwungrad-Lichtmagnetzünder von Bosch erzeugte sowohl den Strom für die Zündung als auch für die Beleuchtung. Der Sachs-Zweitakter besaß eine Bohrung von 48 Millimetern und 54 Millimeter Hub. Er leistete 2,5 PS bei 3500 U/min. Ein Kolbenschiebervergaser mit Haupt- und Leerlaufdüse war für die Gemischzubereitung zuständig. Das Zweiganggetriebe war mit einer im Ölbad laufende Zweischeiben-Lamellenkupplung verbunden. Zahnräder übernahmen die Kraftübertragung von der Kurbelwelle zum Getriebe. Die Getrieberäder standen im dauernden Eingriff und wurden mit einer an der Hauptwelle verschiebbaren Scheibe durch Mitnehmerzapfen geschaltet. Bei der Ausführung mit freiem Durchstieg für die „Dame von Welt“ befand sich die Kulissenschaltung am nun auf 6,5 Liter Fassungsvermögen vergrößerten Benzinbehälter, sonst wie gehabt am oberen Rahmenrohr. Alle Varianten zierten eine verbesserte Auspuffanlage mit flossenförmigem Endstück und breitere Schutzbleche. Auf dem kleinen Vorderrad des Gepäck-Motorfahrrads thronte ein großer Blechkasten mit Seitenverstrebung zur Aufnahme des Transportmaterials.

Das Fahrwerk unterschied sich von den zwei anderen Modellen in einigen Elementen. Da der Rahmen größeren Belastungen ausgesetzt war, besaß er keine gebogenen Rohre. Stattdessen erhielt er eine vom Gabelrohr zum Sattelrohr verlaufende zusätzliche Schrägverstrebung. Parallel zur starren Vorderradgabel verliefen zwei mit kleinen Schraubenfedern versehende Leisten, die die Schwingungen des Gepäckkastens dämpften. Diese Ausführung besaß keine Vorderradbremse, dafür aber eine zusätzliche Felgenbremse am Hinterrad.

1936 wurde die Palette durch ein neues Modell erweitert. Das Fahrzeug für den Sportbewussten Mann zeigte sich mit flügelförmigen Satteltank, einen breiten Ledersattel und einem geradezu furchterregenden „Pistolenhalfter“ für das Werkzeug.

In einem Prospekt von 1937 bot Miele ein verändertes Gepäckmodell und ein Damenmodell mit kleiner Motorabdeckung am Durchstieg und größerem Tank an. Die zwar geringfügige, aber wirkungsvolle Verkleidung verwies in ihren Grundzügen schon ein wenig auf die Moped-Formgebung der Fünfziger. Mit Satteltank und unterem gebogenem Rahmenrohr erinnerte die Gepäckvariante an das Sportmodell, allerdings besaß sie zur Versteifung des Rahmens zusätzlich eine unter dem Hauptrohr montierte Strebe. Die Gepäckablage bestand nun aus einer Rohrkonstruktion und hielt an ihrem Frontpart den Scheinwerfer. „Von vielen Liebhabern lange erwartet“ wurde 1938 „Das neue Fahrrad mit der motorisierten Hinterradnabe“. Die Saxonette schöpfte ihre Kraft auf ihrem 60-Kubik-Fichtel & Sachs-Zweitaktmotor mit 1,2 PS. Ihr Triebwerk war drehbar aufgehängt, das Gehäuse der Blockkonstruktion mit integriertem Zweiganggetriebe bestand aus Aluminium. Probleme warf sie durch das ungefederte Gewicht und vor allem bei Hinterrad-Reifenpannen auf.

Zwei horizontal arbeitende Schraubenfedern dämpften die Schwinggabel der Saxonette. Zu haben war die Kleine in Schwarz, Grün oder gegen Aufpreis in Rotbraun. Die gleiche Farbpalette bot das Werk auch für die 1938 erscheinende Klasse 20 an. In diese Kategorie fielen die Modelle 420 und 720 für den männlichen Piloten, das Modell 620 für die Dame sowie die Transportmodelle 220 und 820. Die Fahrzeuge der Klasse 20 waren allesamt weiterentwickelte Modelle, allerdings immer noch kulissengeschaltet. Bis auf das Damenmodell mit freiem Durchstieg und Motorabdeckung verfügen alle anderen über einen Satteltank. Mittlerweile hatte sich das Fassungsvermögen des Tanks auf 7,5 Liter erhöht. Der 98er Sachseinbaumotor mit aluminiumlegiertem Nasenkolben konnte sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen. Allein zwischen 1934 und 1937 „erknatterte“ er in 24 Stunden-Fahrten zahlreiche gute Platzierungen.

Die Modelle 420 und 720 unterschieden sich hauptsächlich in ihrer Rahmenform. Das erstere besaß ein zur Sattelmuffe abfallendes Hauptrohr. Bei dem zierlicher wirkenden Modell 720 fiel diese Rahmenstrebe bis zur Hinterradachse stetig ab. Der dadurch etwas schräger liegende Satteltank und der wesentlich tiefer positionierte Sattel passten in das Erscheinungsbild. Nun wirkte der flotte Zweitakter fast schon wie ein „waschechtes“ Motorrad. Und wirklich, das Eintauchen in diese Domäne schloss sich letztlich fließend an.

In einem für England bestimmten Exportprospekt von 1938 bot Miele neben den anderen 1938 herausgebrachten Modellen die Version 720 mit Kickstarter unter der Bezeichnung H5 an. Anfang der Fünfziger erschien dieses Motorrad mit 98er Sachs-Motor als Modell 730/K30. Allerdings hatte das Zweirad von 1952 eine andere Sattelkonstruktion, ein neues Tankdesign und eine vollflächige Blechpress-Vorderradgabel mit vier Schwinghebeln und Tonnenfeder. Die Auspuffanlage besaß nun ein sternförmiges Endstück. Auch die flossenförmige Scheinwerferhalterung und das Styling des Kettenschutzblechs waren neu. Der Blockmotor mit integriertem Zweiganggetriebe leistete bei einer Verdichtung von 6:1 drei PS bei 4000 U/min und brachte es, wie die Motorfahrräder 720 und 620, auf eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.

Mittlerweile arbeitete auch der Luftgekühlte Zweitakteinzylinder von Fichtel & Sachs mit Umkehrspülung und Flachkolben. Ihn zierte nun ein Zylinderkopf aus Leichtmetall. Beide Motorfahrräder sowie das Motorrad wiesen eine Lenkerschaltung und Halbnaben-Trommelbremsen auf. Der Sattel des Motorrads war frei schwingend am Hauptrahmenrohr angelenkt und hatte verstellbare Doppelzugfedern. Einzeln verstellen ließen sich auch die Fußrasten. Das Zweirad bestand aus einem stabilen geschlossenen Einrohrrahmen, dessen hintere Streben gebogen verliefen. Bei der Exportausführung des späteren K100 genannten Modells fand sich im großdimensionierten Scheinwerfer ein eingebauter Tachometer und Gleichrichter.

Miele hatte sich diese Version mit verchromten Felgen, Speichen, Naben und einem verchromten Auspufftopf ausgestattet. Die „Normalausführung“ gab sich mit schwarz lackierten Felgen, schwarzen Auspufftopf und silberfarben lackierten Naben zufrieden. Gegen Aufpreis bot das Werk für beide Varianten eine Teleskopgabel, farbige Lackierung in Rotbraun oder Blau, einen Soziussattel mit Fußrasten und einen Tank mit verchromten Seitenflächen an. Den mit einem Filter versehenen 9,5-Liter-Tank zierten an den Seiten Kniekissen. Zu erkennen waren die Modelle der Fünfziger auf den ersten Blick an dem weltkugelartigen Miele-Emblem am Tank, das den geschwungenen Schriftzug ersetzte.

1953 feierte das Motorrad K150 mit 147-Kubik-Fichtel & Sachs-Einbaumotor sein Debüt. Das Triebwerk hatte eine Bohrung von 57 Millimetern und 58 Millimetern Hub, leistete sechs PS bei 4500 U/min und war 6,5:1 verdichtet. Das im Motorblock integrierte Vierganggetriebe mit Drehscheiben-Korklamellenkupplung betätigte der Fahrer über Fußschaltung. Die Kraftübertragung vom Motor zum Getriebe übernahm eine im Ölbad laufende Hülsenkette. Das Gemisch bereitete ein Kolbenschiebervergaser mit Starterkappe auf. 30 Watt Wechselstrom erzeugte ein 6-Volt-Schwungrad-Lichtmagnetzünder. Anwerfen ließ sich das 75 km/h schnelle Zweirad über einen Kickstarter.

Sein Fahrwerk bestand aus einem geschlossenen Rohrrahmen, der den Blockmotor in einer Blechverschaltung aufnahm. Die K150 wies eine hydraulisch gedämpfte Teleskopvorderradgabel und eine Geradwegfeder auf. Dem Stand der Technik entsprachen auch die großdimensionierten Vollnaben-Trommelbremsen am Vorder- und Hinterrad. Dieses Modell lieferte das Werk gegen Aufpreis mit Soziussattel und üppiger Verchromung aus.

Ein Privileg der Exportausführung war der geschlossene Kettenkasten aus Gummi.

1954 rollte das erste Miele-Moped auf die Zweiradbühne. Im später K50 genannten Modell arbeitete ein 47-ccm Fichtel & Sachs-Zweitakter mit 1,25 PS bei 4100 U/min. Er erhielt sein Gemisch von einem Bing-Vergaser. Für die Elektrik war wieder ein Schwungrad-Lichtmagnetzünder zuständig. Das vom Lenker aus schaltbare Zweiganggetriebe mit Zweischeiben-Korklamellendichtung ließ den Miele-Fahrer selbst an steilen Hängen nicht im Stich. Und bei einem Verbrauch von 1,2 Litern hielten sich auch die Kosten des steuerfreien Fahrzeugs in vernünftigen Grenzen. Die elegante K50 besaß einen durchstiegfreien Teil der Motor hing. Sie verfügte über eine Teleskopvorderradgabel mit progressiver Federkernlinie und großem Federweg. Starr blieb vorerst noch die Hinterradaufhängung. Ein gut gepolsterter Scherenschwingsattel ließ es an Bequemlichkeit nicht mangeln. 90er Innenbackenbremsen an Vorder- und Hinterrad gewährleisteten selbst bei abrupten Bremsmanövern genügend Sicherheit. Zu haben war das flotte Rad in Schwarz und gegen Aufpreis in Rotbraun sowie in Effektblau. Später gab es die K50 auch mit einer ansprechend gestalteten Verkleidung an Vorder- und Hinterrad.

Damit stattete Miele ebenfalls das 1956 erscheinende Modell 50S aus. Dieses Moped mit Hinterradschwinge, Federbeinen und geschlossenem Kettenkasten war ansonsten ihrer Vorgängerin recht ähnlich. Als Sonderausstattung bot das Werk für sie ein Dreiganggetriebe an. Völlig anders wirkte der 1957 präsentierte Moped-Roller. Ihn zeichnete ein durchstiegsfreier Zweirohrrahmen mit freitragender Vollverkleidungshaube aus. Bequemlichkeit bot der Roller K51 allemal, denn er verfügte neben einem Schaumgummi-Sitzkissen auch über eine Teleskopvorderradgabel und eine Geradwegfederung am Hinterrad. Ein neues Erscheinungsbild zeigten die zwischen 1958 und 1961 herausgebrachten Modelle K52, K52/2 und ihre Sportversionen. Ihre Fahrwerke bestanden nicht mehr aus dem altbewährten Rorrahmen, sondern aus einem abgerundeten Pressschalenrahmen. Der eierförmige Siebenliter-Tank passte sich harmonisch an. Alle Modelle wiesen am 23 x 2,25 Zoll messenden Vorder- und Hinterrad eine Langarmschwinge mit ölgedämpften Federbeinen auf. Für optimalen Schutz des Sekundärantriebs sorgte ein geschlossener Kettenkasten. Das Zweiganggetriebe der K52 und das Dreiganggetriebe der anderen Mopeds ließen sich über eine Drehgriffschaltung betätigen. Vollnaben-Trommelbremsen gehörten zur serienmäßigen Ausstattung. Die Modelle unterschieden sich augenfällig in ihren Sitzgelegenheiten: die K52 war mit einem Schwingsattel ausgestattet, die K52 Sport hatte eine Einmannsitzbank, die K52/2 und ihre Sportversion mit Rennlenker besaßen eine Doppelsitzbank.

1961 debütierte als letztes Modell die K53, ein Leichtkraftrad mit 47 Kubik und 3,2 PS bei 6800 U/min. Bis auf den Kickstarter, die Wechselstromschnarre, die über Fußhebel betätigte Hinterradbremse, die höhere Leistung und den größeren Tank unterschied sich die K53 kaum von den anderen Mopeds. Im selben Jahr beendete Miele die Zweiradproduktion zugunsten der aussichtsreicheren Geschirrspülherstellung. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Bielefelder Zweigwerk eine halbe Million motorisierte Zweiräder produziert. Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass die Zweiradfertigung bei Miele nie an erster Stelle gestanden hat.